Medikon – Kulturarbeit im Revier
Das Fort- und Weiterbildungszentrum Medikon befasst sich nicht nur mit fachspezifischen Problemen befassen, sondern wird sich über den Horizont medizinischen Wissens hinaus auch mit der Vielfalt künstlerischer Gestaltung der Region auseinandersetzen.
Medikon ist ein Haus des Lernens, vielleicht sogar ein „Spilhus“, wie es im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm heißt.
Damit wird versucht, an eine Tradition anzuknüpfen, die bereits im Mittelalter „kulturellen“ Veranstaltungen Raum gaben und zwar für „Singen und Spielen“.
Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte die entstehende Solidarbewegung die sogenannten „Volkshäuser“. Sie wirkten nach außen und stärker noch nach innen. An diesen Stätten trafen sich Arbeiter zu ernstem und heiterem Tun, in Zeiten schwerer Sorge und auch Zeiten heiterer Muße. Alle sollten das Empfinden mit fortnehmen, an einer Stätte voraussetzungsloser Freundschaft gewesen zu sein.
Medikon ist in dieser Stadt und an diesem Ort zu einem neuen Kommunikationszentrum geworden, einem Ort für Kulturangebote, mit denen über längere Zeiträume hinweg Lernziele systematisch angestrebt werden. Es wird aber auch ein Ort, an dem mit häufig wechselnden Projekten einfach Erlebnisse vermittelt werden. Und vor allem: Hier können sich Angehörige aller Schichten und Altersgruppen treffen. Manchmal wird Medikon sicher auch Krisenzentrum sein.
Medikon geht davon aus, dass alle Menschen Kunst und kulturelle Aktivitäten brauchen, um die eigene Persönlichkeit entfalten zu können. Kunst und kulturelle Aktivitäten sind dabei Mittel der Kommunikation, des Erlebens, der Unterhaltung, des Genießens und der sozialen Auseinandersetzung.
Ziel solcher Kulturarbeit ist es, zur allseitigen Entfaltung der geistigen und sinnlichen Fähigkeiten beizutragen. Eingesetzt werden solche künstlerischen Ausdrucksformen, die geeignet sind, politisches und solidarisches Bewusstsein zu schaffen und zu stärken, demokratisches Engagement zu fördern und die Erlebnisfähigkeiten jedes einzelnen zu steigern.
Künste und Kultur sind im besten Wortsinne „Überlebensmittel“ und sie werden dies zukünftig noch mehr sein. Es geht nicht mehr nur um die Vermehrung unseres gesellschaftlichen Reichtums, sondern auch um die Frage, für welche Prioritäten wir diesen nutzen.
Kultur ist Teil der Gesamtheit der durch menschliche Arbeit geschaffenen materiellen und geistigen Werte und durchdringt alle Lebensbereiche. Die menschliche Arbeit in allen Fertigkeiten und Fähigkeiten, die sie ausbildet und voraussetzt, ist selber grundlegende kulturelle Leistung. Die Arbeitskraft des Menschen ist die Grundlage, auf der alle jemals gedachten, entdeckten und erforschten, erkämpften und geschaffenen Annehmlichkeiten des menschlichen Lebens aufbauen. Dies wiederum gilt im Haus des Lernens Lehrenden und Lernenden.
Medikon bietet Kulturschaffenden der der Region, bildenden KünstlerInnen, SchriftstellerInnen, MusikerInnen und VertreterInnen sogenannter Kleinkunst ein Forum.
Medikon möchte Schaffenden verschiedener Kunstgattungen mit Lernenden und Lehrenden des sozialmedizinischen Weiterbildungszentrums und einer kulturinteressierten Öffentlichkeit zusammenbringen.
Neben fachspezifischen Angeboten ist Medikon mit seiner Kulturarbeit Bestandteil der Oberhausener Szene geworden. So wird auch auf diesem Wege die Veränderung der Stadtstruktur deutlich.
Die Kulturarbeit zieht dabei historische Gegebenheiten ein und versucht, auf aktuelle gesellschaftspolitische Probleme Antworten zu finden.