Medizinisch-Kulturelles Integrationsprogramm
Kurzbeschreibung
Ein Mensch ist nicht einfach krank bzw. gesund, sondern er lebt und leidet auf seine eigene Weise. Wertvorstellungen, Gefühlsäußerungen, Schmerzempfinden, Krankheits- und Gesundheitsverhalten sind jeweils zusätzlich kulturell geprägt.
In diesem Modellprojekt geht es zunächst grundsätzlich um kulturübergreifendes Verstehen, Helfen und Hilfe-Annehmen.
Barrieren sollen erkannt und – soweit möglich – abgebaut werden. In kombinierten Theorie-Praxis-Programmen in Form von Arbeitskreisen lernen die Teilnehmenden sich selbst und andere in ihrer ethnischen und kulturellen Eigenart kennen.
Potentieller Teilnehmendenkreis
- PatientInnen – vor allem nichtdeutscher Herkunft – mit psychiatrischen Krankheitsbildern
-
Bezugspersonen des familiären und institutionellen Umfelds
-
medizinisches Personal
Bildungsinhalte
Kulturelle Phänomenologie der körperlichen und seelischen Krankheit. Affekt und ethnische Prägung; typische kulturspezifische Überformungen von Alltagshandlungen sowie von Verhalten in Ausnahmesituationen.
Umgang mit Aggressivität, Trauer, spezifischen zwischenmenschlichen Bedürfnissen. Einander verstehen „wörtlich gemeint“: z. B. Sprachverständnis. „Türkisch am Krankenbett“ oder „krank sein auf deutsch“.